Sonntag, 1. Oktober 2017

[Rezension] All die verdammt perfekten Tage


„Vielleicht hat auch der unbedeutendste Ort eine Bedeutung. Zumindest eine Bedeutung für uns. […]Tun wir`s einfach. Tun wir etwas Bedeutsames. Kommen wir runter von diesem Turm.“
(S.50f.)


Jennifer Niven: All die verdammt perfekten Tage

Preis: € 9,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 400
Altersempfehlung: -
Reihe: -
Verlag: Blanvalet
ISBN:  978-3-7341-0465-7




Der Inhalt
Das erste Mal kreuzen sich die Wege von Finch und Violet, als sie nebeneinander auf dem Glockenturm ihrer Schule hinter dem Absperrgitter stehen. Fortan verbringen die beiden Jugendlichen immer mehr Zeit miteinander und genießen die gemeinsamen Augenblicke miteinander. Finch kann bei Violet ganz er selbst sein, Violet fasst durch Finch wieder neuen Lebensmut. Doch während Violet mehr und mehr aus sich herauskommt, verliert sich Finch immer öfter in seiner eigenen, dunklen Gedankenwelt. Ob er es mit Violets Hilfe schafft, dem Loch, das ihn zu verschlingen droht, zu entkommen?


Der Titel
Finch wünscht sich, einmal einen perfekten Tag zu erleben. Irgendwann stellt er fest, dass alle Tage mit Violet perfekte Tage sind. Der Titel fasst so ganz wunderbar die Beziehung der beiden zusammen und spiegelt auch ihren Willen zum Überleben wieder. Am Anfang fragten sich beide noch, wann denn ein guter Tag zum Sterben wäre, nun genießen sie jeden Tag. Der Titel gefällt mir sehr gut!

Das Cover
Das Cover ist sehr schlicht gehalten. Auf blauem Hintergrund ist ein weißer Kreis abgebildet, außerdem sind die Umrisse eines Mädchens und der eines Jungens zu sehen. Man könnte es folgendermaßen interpretieren: Sowohl Finch als auch Violet stecken in einer Krise, dargestellt durch den blauen Hintergrund. Ihre Art aus der Sache heil wieder rauszukommen ist ganz unterschiedlich und hat zwar nicht das gleiche, aber dennoch ein recht ähnliches Ergebnis. Was ich an diesem Cover besonders mag, ist, dass man sich selbst ausmalen kann, wie Finch und Violet aussehen. Auch die Schlichtheit finde ich toll und sehr passend.

Die Protagonisten
Finch wird von den Jugendlichen in seiner Schule als Freak bezeichnet und das nur deshalb, weil er sich einmal einem Freund anvertraute und ihm erzählte, dass er über Selbstmord nachdenke. Aber eigentlich ist er ein sehr lieber Junge, dem seine Freunde blind vertrauen können. Da er nicht so recht weiß, wer er eigentlich ist, probiert Finch immer wieder etwas Neues aus: Der Finch der Achtzigerjahre ist Vegetarier und kommt gut mit seinen Lehrern zurecht, fühlt sich aber unwohl im Umgang mit Mädchen. Der knallharte Finch dagegen wird von den Mädchen geliebt, trägt eine Lederjacke und hat kein Blatt vor dem Mund. In Violets Gegenwart kann Finch jedoch einfach Theodore Finch sein und muss sich hinter keiner Maske verstecken, denn auch Violet hat ihren Platz im Leben noch nicht gefunden. Nach dem tragischen Tod ihrer Schwester Eleanor bei einem Unfall, den sie selbst überlebte, plagt Violet sich mit Schuldgefühlen. Sie hat keine Freude mehr am Leben, zählt die Tage bis zu ihrem Schulabschluss  und versteckt sich hinter der Brille von Eleanor. Ihre größte Leidenschaft, das Schreiben, hat sie aufgegeben und nur der Gedanke an ihre liebevollen Eltern und Finch halten sie noch davon ab, vom Turm zu springen. In Finchs Nähe fühlt Violet sich von Mal zu Mal wohler und auch die gemeinsamen Ausflüge verhelfen ihr zu einer inneren Ruhe, die sie seit dem Unfall nicht mehr verspürte
Finch nennt Violet ultraviolettes Licht, was ich einerseits etwas komisch, andererseits aber total schön finde. Sie ist für ihn wie ein Licht in der Dunkelheit, das ihm den Weg weist und ihn davon abhält, in die Tiefe zu stürzen.

Die Story
Im Buch geht es hauptsächlich um ernste Themen wie Selbstmord und Selbstmordgedanken, Mobbing, das Leben nach dem Tod eines geliebten Menschen und der Umgang mit Depressionen. Verpackt ist das Ganze in eine wunderschöne Liebesgeschichte, die sowohl Finch als auch Violet, die beide eine schwere Zeit hinter sich haben, neuen Mut und Lebenswillen gibt.
Die Ausflüge, die Violet und Finch aufgrund ihres Projekts in Amerikanische Landeskunde machen müssen, waren meine Lieblingsszenen. Die beiden blühten dabei förmlich auf, nie waren sie zueinander so offen wie in diesen gemeinsamen Stunden. Dadurch konnte auch ich als Leser beide viel besser kennenlernen – ihre Vorlieben, ihre Ängste, ihre Sehnsüchte und Wünsche.
Dass die Kapitel immer abwechselnd aus Finchs und aus Violets Sicht geschrieben wurden, fand ich toll. So hatte man in das Seelenleben beider Protagonisten einen sehr guten Einblick und konnte beide viel besser verstehen und ihr Verhalten nachvollziehen. Außerdem gab es Dinge, die sie sich gegenseitig nicht erzählt haben und die man auf diese Weise erfuhr.
Den Schreibstil von Jennifer Niven mag ich sehr, sie konnte mich bereits mit ihrem Roman Stell dir vor, dass ich dich liebe begeistern und ich war auch dieses Mal wieder voll dabei und stets von Handlung und Stil gefesselt.

Mein Fazit
Ich hatte es nicht erwartet, aber der Roman ist sehr berührend und begeistert vor allem durch den Wechsel vom Ernsthaften ins Lustige, Unterhaltsame. Ich war wirklich von der ersten Seite an gepackt und konnte das Buch irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen. Durch die schönen Beschreibungen der Landschaft und auch der Gefühle hat man sich den Charakteren sehr nah gefühlt und war stets an ihrer Seite.
Eine absolute Leseempfehlung, ich würde das Buch immer wieder lesen!

Herzlichen Dank Blanvalet und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hi Miriam :)

    Schön das dich das Buch so packen konnte und das gleich von der ersten Seite an. Da muss es ein besonderes Buch sein. Ich hab das Buch auch schon mal gesehen und fand es sehr interessant :)

    Alles Liebe
    Maddie
    https://daydreamer4you.blogspot.de/

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    1. Liebe Maddie,
      unbedingt lesen! Ich bin mir sicher, es wird dir gefallen! :)
      Liebste Grüße,
      Miriam

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  2. Hi Miriam!

    Ich hab das Buch auch schon vor einiger Zeit gelesen und mochte es echt gerne :) Das neue Buch der Autorin soll angeblich noch viel besser sein. Hast du das schon gelesen?

    Liebe Grüße
    Laura von http://skyline-of-books.blogspot.de

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    1. Liebe Laura,
      ja, es ist toll! :) Hm, ich würde nicht behaupten, dass "Stell dir vor, dass ich dich liebe" unbedingt viel besser ist, es ist eben anders. Ich habe aber auf jeden Fall auch das neue Buch sehr gerne gelesen und kann es dir nur ans Herz legen! :)
      Liebste Grüße,
      Miriam

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  3. Hi Miriam
    Danke für deinen Gruß bei mir.
    Ich folge dir ja schon ☺ ist mir gerade erst aufgefallen, dein Buch das du toll fandest fand ich auch toll. Ein echt bewegendes und berührenden Buch.
    Grüße Nicole

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  4. Sehr schöne Rezension von dir <3 Toll, das der Roman so facettenreich ist, das ist absolut auch was für mich und das Buch werde ich auf jeden Fall auch lesen! Auch das Cover ist toll. Zwar schlicht aber auch sehr aussagekräftig <3 Danke für den tollen Tipp und ich bleibe sehr gern auch als Leser bei dir <3 Liebe Grüße

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  5. Huhu liebe Miriam,

    dank deiner tollen Rezi ist das Buch bei mir jetzt doch wieder auf der Wunschliste gelandet! Zwischenzeitlich war ich mir nämlich gar nicht mehr so sicher, ob es mir tatsächlich gefällt, weil man bei den Themen ja schnell danebenlangen kann.

    Herzliche Grüße
    Kathi

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